Wie wird man Synchronsprecher?

Die Hysterie einer sorgenden Mutter, das gut zusprechen der besten Freundin oder die zarten Worte des Partners – nicht der Inhalt der Worte, sondern ihr Klang lässt uns oft zusammenschrecken, lachen oder erröten. Unsere Stimme ist Träger unserer Gefühle und somit wichtigstes Kommunikationsmittel. Sie wirkungsvoll einzusetzen, ist gar nicht mal so einfach. Doch das ist der Job des Synchronsprechers. Dafür hat er lange geübt und sich ständig selbst weitergebildet.
Synchronsprecher haben die Aufgabe, Schauspielern ihre Stimme zu leihen, indem sie fremdsprachige Produktionen in die Zielsprache übersetzen. Zusätzlich versehen sie Formate, für die von Natur aus kein Ton vorgesehen ist, mit Sprache. Hast du dich zum Beispiel schon einmal gefragt, wer hinter den Stimmen des Disney Films “Cars” steckt oder wer bei Tierdokumentationen im Hintergrund Geschichten erzählt? Der Beruf des Synchronsprechers ist spannend und vielseitig, jedoch gibt es auch eine Kehrseite. Der Markt ist heiß umkämpft und die wirklich lukrativen Jobs werden überwiegend von bekannten Stimmen abgegriffen. Wer sich behaupten will, braucht viel Disziplin, Ehrgeiz und Leidenschaft. Um den Einstieg in die Branche einfacher zu gestalten, sollten Nachwuchssprecher weitere Aspekte beachten. Diese stellen wir gerne im Folgenden Artikel vor.

#1 Welche Eigenschaften sollte ein angehender Synchronsprecher mitbringen?

Um sich als Synchronsprecher qualifizieren zu können, brauchen Nachwuchstalente eine außergewöhnliche Stimme, die man bestenfalls sofort wiedererkennt. Außerdem sollten sie ohne Dialekt sprechen können und über eine deutliche, klare Ausdruckssprache verfügen. Arbeitet man bereits mit seiner Stimme, zum Beispiel als Moderator, Schauspieler oder Radiosprecher, hat man die besten Voraussetzungen.

 

Jedoch ist nicht jeder Moderator, Schauspieler oder Radiosprecher gleich ein geborener Synchronsprecher. Beim schauspielern befinden sich Darsteller oftmals in einer Kulisse, die zur Gesamtsituation passt und es ihnen vereinfacht, Emotionen zu zeigen. Doch als Off Sprecher (Synonym für Synchronsprecher) sitzt man die meiste Zeit alleine in einer engen, dunklen Sprecherkabine eines Tonstudios und muss gefühlvolle Monologe vortragen. Daher sollten angehende Sprecher gewillt sein und über wirkungsvolle Techniken verfügen, sich schnell in neue Rollen einzufinden.

 

Um überzeugend zu wirken, sollten Synchronsprecher folgende Dinge zusätzlich beherrschen: richtige Atemtechnik, natürliche Betonung, vielseitiges Variieren der Stimme sowie korrektes Umsetzen der Regieanweisungen. Diese Fähigkeiten können jedoch während der Ausbildungszeit erlernt werden und sind nicht unbedingt Voraussetzung, wenn man eine Karriere als Synchronsprecher anstrebt.

Was angehende Profisprecher jedoch unbedingt mitbringen sollten, ist absolute Disziplin und Ausdauer. Je nach Talent müssen die einen mehr oder weniger trainieren. In diesem Fall gilt: Übung macht den Meister.

#2 Welche Berufsausbildung ist notwendig?

Synchronsprecher haben keinen eigenen, festgeschriebenen Bildungsweg. Aus diesem Grund gibt es viele Quereinsteiger aus verschiedenen Branchen und Berufsgruppen. Die meisten stammen jedoch selbst aus dem künstlerischen Bereich, zum Beispiel Musiker, Moderatoren oder Radiosprecher, die bereits mit ihrer Stimme gearbeitet haben. Natürlich kann man auch als Kind bereits verschiedene Rollen in Kindersendungen sprechen. So rutscht man förmlich in das Geschäft hinein und entwickelt sich in diesem weiter. Die gängigste Option, um einzusteigen, ist jedoch der Besuch einer Schauspielschule. Danach kann man im Theater auf der Bühne stehen und seine ersten Synchronerfahrungen machen. Als Schauspieler sollte man nämlich sein Einkommen streuen und mehrere Standbeine haben, die über Flauten hinweghelfen sollen. Logisch, dass viele Schauspieler mit Synchronsprechen als weitere Einnahmequelle liebäugeln.

 

Um mehr über die Aufnahmekriterien an Schauspielschulen zu erfahren, empfehlen wir den Artikel “Wie wird man Schauspieler?”.

 

In Deutschland gibt es spezielle Sprecher-Schulen und Akademien, an denen man das Synchronsprechen erlernen kann. Diese meist privaten Einrichtungen haben individuelle Programme und ihre ganz eigenen Aufnahmekriterien, zum Beispiel setzen manche tatsächlich eine abgeschlossene Ausbildung an einer Schauspielschule voraus. Alternativ kann man nebenberuflich Privat-Unterricht nehmen oder an Weiterbildungskursen in Form von Workshops und Seminaren teilnehmen.

 

Schwerpunkte der Synchronsprecher-Ausbildung:

 

  • Tonalität, Betonung & Stimmfarbe
  • Artikulation
  • Sprachmelodie
  • Sprechtechnik
  • Emotional Acting
  • Atemtechnik
  • Synchronisationsformate
  • Hörspielproduktion
  • Voice-over & Studiotechnik
  • Sprechen vor Publikum

Beispiele für deutsche Ausbildungseinrichtungen:

 

 

Die Ausbildungsstätten vermitteln Anfängern die Grundlagen. Ab dann heißt es üben, üben, üben… Macht das Üben Spaß, ist man auf dem richtigen Weg, erfolgreich zu werden.

Bekommt man jedoch nicht die Basics vermittelt und versucht ohne Ausbildung quer einzusteigen, hat man wenig Chancen bzw. schaffen es die wenigsten – es sei denn, man ist ein absoluter Überflieger.

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#3 Wie bekomme ich einen ersten Job?

Auf die Stimme kommt es an! Wenn man sich also für einen Job bewirbt, sollte man professionelle Sprachproben ohne Hintergrundgeräusche vorweisen. Falls man diese als Anfänger noch nicht besitzt, ist es empfehlenswert etwas Geld in die Hand zu nehmen, sofern es die finanziellen Mittel zulassen, und professionelle Demos in einem Tonstudio erstellen zu lassen. Hast du Potenzial, wirst du gegebenenfalls von Agenten oder Auftraggebern zu einem Casting eingeladen.

Gerade am Anfang ist es sinnvoll jede sich bietende Chance anzunehmen und viel Eigenwerbung sowie Networking zu betreiben. Auch kleinere Engagements, teilweise No-Budget-Produktionen, können dich weiterbringen. Nimm sie an, denn durch sie wirst du erfahrener, lernst neue Leute kennen und kannst Referenzen sammeln. Zeigst du vollen Einsatz und bleibst hartnäckig, bist du irgendwann zur richtigen Zeit am richtigen Ort und kannst mit deiner Karriere als Synchronsprecher voll durchstarten.

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